Bildung

Beschlüsse:

Bildung: Schulen der Zukunft

Anknüpfend an das Bundesgrundsatzprogramm der Liberalen Demokraten – die Sozialliberalen – fordern wir, die Liberalen Demokraten – die Sozialliberalen – Nordrhein-Westfalen, den Erhalt, die Renovierung, den Ausbau und den Neubau von Schulen finanziell zu priorisieren.

Kinder sind unsere Zukunft und verdienen es mit bestmöglicher Bildung gefördert zu werden. Die finanziellen Mittel sollen nicht allein den Schulen als Gebäuden zugutekommen, sondern auch allen, die dort arbeiten.

Der Einsatz neuer Medien ist eine große Chance zur Verbesserung der Bildungsstandards in Nordrhein-Westfalen. Dabei ist allerdings auf deren konkrete Sinnhaftigkeit zu achten und sicherzustellen, dass die Anschaffung nicht auf Kosten der Familien geschieht.

Schulen der Standorttypen IV und V, d.h. die sich in Gebieten mit stark erhöhtem Migrantenanteil oder sozialschwachen Gebieten befinden, sollen eine gesonderte Unterstützung erfahren, um eine bessere Förderung und Integration ihrer Schüler zu ermöglichen.

 

 

Aus dem Wahlprogramm zur Landtagswahl 2017:

Die Liberalen Demokraten haben mit Unbehagen zur Kenntnis genommen, dass in den letzten Jahren der Bildungsbereich zunehmend zur Spielwiese für parteipolitische und kultusbürokratische Profilierungsversuche geworden ist. Eltern, Kindern und pädagogisch Tätigen muss wieder ein höheres Maß an Verlässlichkeit zugestanden werden.

Die zahlreichen neu eingeführten Diagnoseverfahren machen nur Sinn, wenn die Bildungseinrichtungen mit ausreichenden personellen und materiellen Ressourcen ausgestattet werden, um die notwendigen Fördermaßnahmen nachhaltig durchführen zu können.

Die Liberalen Demokraten bekennen sich zur Gesamtschule als notwendigem Angebot neben dem traditionellen dreigliedrigen Schulsystem und als wünschenswertem Beitrag zu mehr Chancengleichheit. Gegebenenfalls ist die Umwandlung von Hauptschulen in Gesamtschulen zu prüfen. Dies gilt besonders für den ländlichen Raum.

Die Schulabschlüsse sind so aufzuwerten, dass sie auch als Ausbildungsfähigkeitszeugnis gelten, die auch von den auszubildenden Institutionen anerkannt werden.

Die Schulabschlüsse sind landesweit einheitlich durchzuführen.

Um den unübersehbaren Lehrermangel in unserem Land abzubauen, müssen die Arbeitsbedingungen und die Einkommenssituation der pädagogischen Fachkräfte verbessert werden. Die Liberalen Demokraten unterstützen die Forderung nach gleicher Entlohnung für die Lehrkräfte aller Schulformen und Jahrgangsstufen.

Ein Festhalten am Beamtenstatus und an weiteren formalen Voraussetzungen grenzt den Spielraum für die Gewinnung von Lehrkräften ein, daher befürworten die Liberalen Demokraten den Abbau des Beamtenverhältnisses im Schulbereich. Die Gestaltungsmöglichkeiten der Schulen und Elternschaften bei den Ausschreibungen und Besetzungen von Stellen sind zu erweitern.

Die Liberalen Demokraten  werden sich für die Veränderung der Pädagogen – Ausbildung (Erzieher und Lehrer aller Altersgruppen) einsetzen.

Der Geburtenrückgang und der damit verbundene geringe Bedarf an Erziehern und Lehrern eröffnet neue Spielräume für qualitative Verbesserungen.

Es ist jetzt die Möglichkeit gegeben, sehr grundsätzlich über die Aufgaben des Erziehungssystems nachzudenken und ein neues Berufsbild für Erzieher und Lehrer zu entwickeln.

Leitgedanke ist die volle Entwicklung der Fähigkeiten eines Menschen. Eine Begrenzung auf die kognitiven Fähigkeiten ist unerwünscht. Die kreativen, musischen uns sozialen Komponenten haben den gleichen Rang.

Auf die Ausbildung und die berufliche Stellung der Erzieher für das Vorschulalter ist besonderer Wert zu legen.

Menschliche und praktische Fähigkeiten sind in der Ausbildung mindestens ebenso wichtig wie die wissenschaftlichen Grundlagen. Lehrer müssen fachwissenschaftliche Qualifikation schrittweise zusätzlich erwerben und den Nachweis hierfür erbringen. Für die wissenschaftlichen Qualifikationen steht in den Universitäten eine hinreichende Ausbildungskapazität auch zukünftig zur Verfügung.

Die Bereitstellung von beruflichen Ausbildungsplätzen für alle Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, ist für Liberale Demokraten ein unverzichtbarer Bestandteil humaner und sozialer Gesellschaftspolitik. Wenn die private Wirtschaft dabei versagt, muss die Öffentliche Hand ihre Verantwortung wahrnehmen. Die Liberalen Demokraten fordern daher die Landesregierung auf, die unzulänglichen betrieblichen Angebote durch überbetriebliche Ausbildungsstätten zu ergänzen, auch wenn die Bundesregierung keine Ausbildungsplatzabgabe erhebt.

Die zunehmende Wettbewerbsorientierung im Bildungsbereich verfolgen die LD mit großer Sorge. Die Konkurrenzorientierung führt nicht zu Chancengleichheit, schon gar nicht zu mehr Gerechtigkeit.

 Durch das so genannte Hochschulfreiheitsgesetz ist den Hochschulen zwar mehr Autonomie zugebilligt worden, zugleich zieht sich das Land jedoch aus seiner Verantwortung für den tertiären Bildungssektor weiter zurück und überlässt das Feld zunehmend wirtschaftlichen Verwertungs-Interessen. Angesichts der starken Position externer Vertreter in den neu geschaffenen Hochschulräten fordern die LD eine gesetzliche Regelung, wem gegenüber dieses Gremium berichts- und rechenschaftspflichtig ist.

 Die Liberalen Demokraten haben sich bundesweit gegen die Einführung von Studiengebühren ausgesprochen. Nachdem diese nun von nahezu allen Hochschulen unseres Landes erhoben werden, fordern wir eine eingehende Prüfung, wie weit diese Mittel zur Verbesserung der Studien-Bedingungen beitragen und wie sich ihre Erhebung auf die soziale Zusammensetzung der Studierenden auswirkt.